Bestimmte Tiere können die Gesundheit gefährden! Bei der Grün- und Baumpflege sowie bei der Forst- und Waldarbeit können Beschäftigte in Kontakt mit bestimmten Tierarten kommen. Bisse oder Stiche sind im Verbandbuch zu dokumentieren. Über Biss- und Stichverletzungen können auch Infektionserreger in den Körper gelangen.
🕷️ Gefährdungen durch Zecken
Zecken können Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und weitere bakterielle sowie virale Erkrankungen übertragen. Gefährdende Tätigkeiten: alle Tätigkeiten im Freien.
Schutz gegen Zecken: Lange, geschlossene Kleidung tragen • Körper nach Aufenthalt im Freien absuchen • Zecken sofort entfernen (nicht quetschen) • Bei Beschwerden nach Zeckenstich umgehend Arzt aufsuchen
🐭 Gefährdungen durch Rötelmäuse (Hantavirus)
Rötelmäuse übertragen Hantaviren durch Speichel, Urin und Kot – direkt oder indirekt (z.B. durch aufgewirbelten Staub). Gefährdende Tätigkeiten: Reinigungs- und Aufräumarbeiten, Umschichten von Holzstapeln, Arbeiten am Holzlagerplatz, Komposthaufen, Laubberäumung.
Symptome einer Hantavirus-Infektion:
- Plötzlich auftretendes Fieber über 3–4 Tage
- Grippeähnliche Beschwerden (Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen)
- Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit (in der Regel 2–4 Wochen danach)
→ Bei diesen Symptomen sofort Arzt aufsuchen! Achtung: Manchmal verläuft die Infektion ohne Beschwerden – trotzdem dem Arzt Hinweis auf mögliche Hantavirus-Infektion geben.
Schutzmaßnahmen Rötelmäuse:
• Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung durchführen
• Staubentwicklung minimieren
• PSA tragen: Schutzanzug, Schutzhandschuhe, Augenschutz, Atemschutz FFP2 mit Ausatemventil
🐛 Gefährdungen durch Brennhaare (EPS, Kiefernprozessionsspinner, Goldafter)
Die Raupen von Eichenprozessionsspinner (EPS), Kiefernprozessionsspinner und Goldafter besitzen Brennhaare, die bei Kontakt Haut- und Schleimhautreaktionen hervorrufen (Rötung, Schwellung, Blasenbildung, schmerzhafter Husten, Bronchialasthma). Die Brennhaare können noch mehrere Jahre lang gefährlich sein.
Schutzmaßnahmen Brennhaare:
• Vor Beginn der Tätigkeiten Vorkommen erkunden
• Bäume auf Raupenbefall absuchen (vor Pflege, Sanierung oder Fällung)
• Fundort dem Baumeigentümer melden
• Bekämpfung und Entfernung von Gespinstnestern ist Spezialisten vorbehalten
🐝 Gefährdungen durch stechende Insekten
Stiche von Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen können Insektengiftallergien (Atemwege, Haut) auslösen. In schweren Fällen: lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock (Kreislauf- und Atemstillstand).
Schutzmaßnahmen stechende Insekten:
• Repellentien nutzen (Wirksamkeit begrenzt)
• Nicht nach Bienen, Wespen oder Hornissen schlagen oder in Panik geraten
• Körperbedeckende helle Kleidung tragen
• Müllbehälter verschlossen halten
• Mäharbeiten in frühe Morgenstunden verlegen
• Insektennester von Spezialisten entfernen lassen
• Nach Stich: betroffene Hautpartie kühlen; bei allergischer Reaktion sofort Arzt aufsuchen
• Allergiker: Notfall-Set immer mit sich führen!